Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 4 (2003), Heft 4


Ulrich Horstmann

Das diskreditierte Schöne oder Die Verhäßlichung der Theorie

Über den Gesichtsverlust der Sprache, den Haß auf den Künstler und die
Unbelehrbarkeit einer neuen Scholastik

 

„Der Geist“, hat ihm Jacob Burckhardt ins Poesiealbum geschrieben, „ist ein Wühler“, und als solcher waltet er seines Amtes und untergräbt die Gemeinplätze unseres Alltagsverstandes. Dabei erweist sich der Sonnenaufgang als planetarische Rolle rückwärts, der feste Boden als Riesenschlacke auf ver-Wegener Reise zurück in die Subduktionszonen und der Alleebaum, an dem die Nobelpreisträger-Karosse zerschellt, als lokaler Veitstanz von Atomen. Kein Wunder, daß in dieser wissenschaftlich richtiggestellten Welt auch die Intuition des Schönen havariert und spätestens 1853 von einem Königsberger Philosophen mit dem hübschen Namen Rosenkranz in seiner Ästhetik des Häßlichen zur Ausschlachtung und Demontage freigegeben wird. Nun möchte ich Ihr Blut nicht unnötig in Wallung bringen und darüber Streit anfangen, ob nicht auch im Entsorgungspark der Geistes- und Kulturwissenschaften munter Dinge geschreddert werden, die uns zahllose Generationen lang so gute Dienste geleistet haben wie Aurora, Mutter Erde und ihre stämmigen Begrüner. Vielleicht können wir angesichts der ungefälligen Künste des 20. Jahrhunderts gar nicht anders als umdenken. Vielleicht gleicht der, der ihnen mit schlichten Parametern wie schön, unschön und häßlich zu Leibe rücken will, tatsächlich einem Steinzeitler bei dem Versuch, genmanipulierten Mais mit einem Pflanzstock unter die Erde zu bringen – obwohl ich für retardierte Neolithiker immer noch ungleich mehr Sympathie empfinde … Genug! Sie sind die Fachleute, und der Stollenvortrieb „im Schatten des Schönen“ wird es schon richten.

Was ich Ihnen anzubieten habe, wäre ein Ausflug an die Oberfläche und vielleicht sogar ins Oberflächliche. Das dafür abgestellte Gefährt – auch nicht mehr ganz up-to-date – ist die Retourkutsche. Denn es scheint doch nur recht und billig, wenn wir das Terrain der Neudefinitionen, kategorialen Umbrüche und konzeptuellen Readaptionen einmal mit dem Augenpaar besichtigen, das in den modernen und postmodernen Künsten angeblich nichts mehr zu suchen hat. Spricht der ‚primitive‘, der ‚naive‘ Sehnerv des Schönen und Häßlichen überhaupt auf das aktuelle Theoriedesign an? Und wenn ja, was müßte er registrieren?

Einigermaßen sachkundig beantworten kann ich diese Fragen nur für jenen Teilbereich ästhetischer Modellbildung, in dem ich mich ein paar Jahre lang – zunehmend cholerisch – vergraben hatte: die tonangebende, d.h. englischsprachige Literaturtheorie der letzten Dezennien. Sie ist, dem Himmel sei es geklagt, von abgrundtiefer Häßlichkeit, ein weites Feld voller ins Kraut schießender Ismen, ein Morlock-Gehege, dessen letzte Eloi längst ‚abgeerntet‘ sind, eine hochtourende Desensibilisierungsapparatur, die in Kafkas „Strafkolo­nie“ zu Recht für Furore gesorgt hätte, inzwischen aber flächendeckend in Grund- und Einführungskursen ihren Dienst versieht. Von den drei gravierendsten Entstellungen jenes metadiskursiven Quasimodo soll im folgenden die Rede sein. Es sind dies: der Gesichts­verlust der Sprache, der Haß auf den Künstler, die Unbelehrbarkeit einer neuen Scholastik.

 

1. Das verstümmelte Wort

Eine intensivere Beschäftigung mit der Theorie-écriture erfolgt auf eigenes Risiko, wächst sich aber fast zwangsläufig zur Strapaze aus und führt auch dem langmütigsten Leser in ungewohnter Eindringlichkeit seine Frustrationsgrenzen und Toleranzschwellen vor Augen. „Jeder, der sich vornimmt, Werke der zeitgenössischen Literaturtheorie zu rezensieren, muß darauf gefaßt sein, angesichts der rauhen Mengen verunstalteter Prosa, denen er dabei begegnet, in Depressionen zu verfallen“ (Kermode 1990: 119), konstatiert Frank Kermode in The Uses of Error und schließt sich damit der Diagnose William E. Cains an. Der hatte schon einige Jahre zuvor in Crisis in Criticism die Zeichen der Zeit erkannt und sich Gedanken über die Auslöser und die verstärkenden Faktoren der Metamorphose von Literaturkritik zur Kritikerliteratur gemacht:

"Ein beunruhigender Trend in der Literaturtheorie ist die Betonung des sogenannten ‚kreativen Stils‘. Theoretiker, die ihn pflegen, schreiben fast immer unbeholfen und dunkel, und leider gibt es keinen Anreiz, das zu ändern. Als akademische Berühmtheiten fechten sie wissenschaftliche Standards nicht mehr an, und ein Heer von Experten ist voller Bewunderung damit befaßt, ihre verworrene Prosa zu entknoten." (Cain 1984: xiv)

Aus Cains Blickwinkel hat sich eine Literaturwissenschaft und Literaturtheorie, die sich „als eigenständige Form figurierender Kreativität“ (Schlaeger 1986: 27) begreift und in einen Wettstreit mit der Kunst eintreten will, in grotesker Weise überfordert und übernommen. Beliebige Stichproben belegen die Unfähigkeit, den Fehdehandschuh selbst jener Dichter, Erzähler und Essayisten aufzunehmen, die in der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts nicht zur ersten Garnitur zählen: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, und das sind bei den ‚kreativen‘ Theoretikern hauptsächlich Jargon und Unverständlichkeit“ (Cain 1984: 244). Dieses Scheitern hängt auch mit der postmodernen Überheblichkeit gegenüber all dem zusammen, was im Schöpfungsprozess Gabe und Glücksfall und also unverfügbar ist. Wer die Erinnerung Shelleys aus seiner Defence of Poetry: „Niemand kann sich vornehmen: ‚Ich will dichten‘“ mit dem Aufstampfen des Machthabers beiseite wischt, wer sich als Herr der Sprache und seiner Textverarbeitungsprogramme erlebt, der wird von den Regionen künstlerischer Mimesis nicht einmal als Transitreisender erzählen können, dafür aber im Lande Mimikry im Handumdrehen zu den Honoratioren rechnen. Zu ungeduldig und zu ehrgeizig für die ‚Fremdbestimmung‘ der Inspiration muß er sich, nein, nicht mit einer Schwundform zufriedengeben, sondern wird auf Gedeih und Verderb – und damit schließt sich der Kreis – einer Karikatur ausgeliefert sein:

"Kreativität hat nichts mit geistigem Weggetretensein und imaginativem Freilauf zu tun. […] Schöpferisch sein heißt von seiner Einbildungskraft produktiven Gebrauch machen. Willkürliche Umgangsformen treiben Schindluder mit dieser Tatsache." (Ellis 1989: 134)

Die Ersetzung des sorgfältig auskomponierten Einfalls durch den freien Fall der Assoziation, der produktiven Idee durch ein fahriges Zusammenstückeln von möglichst weit hergeholter These und zurechtgebogenem Beiwerk ist entsprechend häufig zu beobachten. Als bricolage und Bastelei mit den höheren Weihen Michel Foucaults versehen, sorgt diese Blender-Technik für Pseudotiefgang und die Nebelbänke schlechter Metaphysik. In seiner „Presiden-tial Address“ von 1986 nimmt J. Hillis Miller so ganz gedankenverloren ein Buch in die Hand und knüpft vor der Crème der Modern Language Association gewundene Überlegungen daran, deren höherer Schwachsinn zu unser aller Nutz und Frommen in dem Tagungsband archiviert ist, den Miller – wie alle Druckerzeugnisse – für theoretisch unlesbar erklärt:

"Als Philologen kommen wir dem, was wir in unseren Alltagsgeschäften ausgelöscht, vergessen oder sogar als vergessen vergessen haben, vielleicht in der banalsten Erfahrung des Literaturwissenschaftlers am nächsten, nämlich wenn wir ein Buch in der Hand halten und es studieren, d.h. uns der Materialität der Einschreibung von Angesicht zu Angesicht gegenübersehen. Das Problem besteht darin, daß das Eingeschriebene seine Gegenständlichkeit erneut unsichtbar macht. Wir sehen das Papier vor lauter Wörtern nicht. Eine andere Formulierung wäre: Lesen ist immer theoretisch. Theorie, sogar eine Theorie der materiellen Grundlage, ist nichts anderes als Klarsicht, die die materielle Grundlage, diese spezielle papierene Grundlage hier und jetzt, in eine allgemeine und zu verallgemeinernde Abstraktion verwandelt. Der Triumph der Theorie ist der Widerstand gegenüber dem Lesen in dem Sinne, daß die Theorie die Besonderheit des einzigartigen Leseakts auslöscht, aber auch das Lesen selbst ist immer theoretisch in dem Sinne, daß es die Auslöschung und das Vergessen vollzieht, bevor wir überhaupt wissen, was passiert, und ohne die Möglichkeit der Einsicht. So leistet selbst die wachsamste und theoretisch aufgeklärteste Lesart dem Lesen Widerstand." (Miller 1991: 324)

Das mag als Anschauungsunterricht genügen, und wer ihm schon nach ein paar Zeilen nicht mehr folgen kann, der nehme diesen intuitiven Widerstand als gutes Zeichen und Beweis dafür, daß er noch alle Sicherungen im Kasten hat. Übrigens verfangen auch Hinweise auf literarische Kompositionstechniken wie automatic writing oder dadaistische Sprachexperimente nicht, die für die dekonstruktivistische Prosa bisweilen in eine Patenrolle gedrängt werden, denn zum einen kam Dada selbstironisch und frivol daher, die Theorie aber nimmt sich noch in ihrer angestrengten playfulness bierernst, zum anderen war die écriture automatique der Surrealisten eine Sonde ins Unterbewußte und kein Mittel zur Tortur der übrigen Bewußtseinsschichten.

Systemimmanent stellt sich die Sache natürlich ganz anders dar. Dort steht felsenfest, daß Literatur keinen Sinn macht, sondern ihn über den Verweisungscharakter der Zeichen und ihre différance immer nur vergeblich versprechen kann. Angesichts ihrer permanenten Vertröstungen darf sich Theorie und Literaturkritik gleichfalls nicht sinnreich überheben. Auch sie arbeitet auf – ungedeckten – Kredit und schlägt ihr Kapital aus Aporie und Absenz. Wer als geistesgegenwärtig gelten will, beschwört die Abwesenheit aller Wahrheiten und entbindet sich damit von der Verpflichtung, andere mit zwingenden Argumenten von ihnen zu überzeugen. Wo es intersubjektiv aber nichts mehr zu begründen gibt, bleibt als Durchsetzungsverfahren nur noch das Imponieren, und diese Tatsache dürfte den entscheidenden und logischen Grund dafür liefern, warum die Postmoderne die Logik verabschiedet und die skizzierten Stileigenheiten ausgebildet hat, die sämtlich auf intellektuelle Einschüchterung und Unter­werfung des Adressaten abzielen.

 

2. Der verstümmelte Autor

Eine Mordsstimmung herrscht, wo immer sich Literaturwissenschaftler auf der Höhe der Zeit zum Gedankenaustausch zusammenfinden. „Ein Gedicht verlangt nach seiner eigenen ‚Ermordung‘“ (Riddel 1974: xii), ermutigt etwa Joseph Riddel und wäscht sich zwischen einfachen Anführungszeichen die Hände in Unschuld. Und sein Kollege Wayne Booth sekundiert mit folgender Vermißtenanzeige: „Ich erfinde neue Lesarten, deshalb bist du, der Autor, nichtexistent“ (Booth 1976: 420). Solche Stimmen sind nicht ungehört verhallt, sondern haben weitreichende Resonanz gefunden, so daß die Herausgeber der einschlägigen Aufsatzsammlung What is an Author? den Tod ihrer Titelfigur als „das berühmteste Schlagwort für die Wachstumsindustrie des Theoretischen“ (Biriotti/Miller 1993: 1) bezeichnen können.

Sein (theoretischer) Exitus wurde von langer Hand vorbereitet, hat es doch in diesem Jahrhundert – quer durch die rivalisierenden Schulen und bis aufs Blut verfeindeten Paradigmen – zahllose Versuche gegeben, die Autoren als eigenwillige Text-Souveräne aus dem Wege zu räumen. Die Bandbreite reichte dabei von einem symbolischen Auslöschen durch scheinbar beiläufiges Ignorieren über eher halbherzig und mit schlechtem Gewissen eingefädelte argumentative Attentate bis hin zu den Scharfrichterauftritten von Roland Barthes und Michel Foucault. Vor dem Schafott aber noch ein schneller Seitenblick auf die Zermürbungstaktik des Harold Bloom. Sein neo-darwinistischer Revisionismus stellt Respekt, Kooperation und solidarisches Verhalten unter Schriftstellern in Abrede und rekonstruiert Literaturgeschichte als gnadenlosen Überlebenskampf zwischen strong poets und ihren Epheben. Dieses Jeder-gegen-jeden, so Blooms frohe Botschaft an seine Mitstreiter, macht die Besetzung fremden literarischen Terrains zum Kinderspiel, denn dort sind die Bastionen mit habituellen Streithanseln bemannt, die immer wieder aufeinander losgehen müssen – „in einem Ringen auf Leben und Tod“ (Bloom 1995: 131). In der res publica litterarum herrschen Bürgerkrieg (vgl. ebd.: 136) und Autoaggression; die an den Grenzen aufmarschierenden Verbände können ruhig zusehen, wie die Autoren das Überrennen und Niedermachen in eigener Regie erledigen, „wobei sich die hungrigen Generationen gegenseitig tottrampeln“ (ebd.: 132).

Literaturgeschichte ist fraglos schon in einem freundlicheren Licht erschienen, aber daß die Betroffenen unisono wider sein Zerrbild vom Künstler als kreativem Schlagetot und Vatermörder Stellung beziehen, ficht Bloom nicht an. Schließlich war Entmündigung Ziel der Kampagne, und die Gelegenheit, ihren erfolgreichen Abschluß am lebenden Objekt vorzuführen, läßt der Feldherr nicht ungenutzt verstreichen:

"Ich nehme den Widerstand, der meine Theorie insbesondere bei Dichtern auslöst, als potentiellen Gültigkeitsbeweis, denn richtigerweise idealisieren sie ihre Tätigkeit, und alle Dichter, egal ob schwach oder stark, sind sich darin einig, ihre Einflußangst in Abrede zu stellen. Zeitgenössische Autoren beharren nachdrücklicher denn je darauf, in ihren Werken die Wahrheit zu sagen und mehr denn je tischen sie uns Lügen auf, besonders über ihre Beziehungen untereinander." (Bloom 1988: 241)

Die Wahrheit ist das Privileg des Theoretikers geworden, der seine trotzköpfig-kindlichen Mündel in väterlicher Milde daran teilhaben läßt. Ja, die Unfehlbarkeit reicht so weit, daß wohl auch der akademische Kollege aus der Literaturgeschichte in Demut sein Haupt senken muß, wenn eine historische Bestandsaufnahme kaum Spuren jenes permanenten Duellismus aufweisen will, der nach Bloom als kraftvoller Motor kultureller Produktivität fungiert. Die von David Hopkins herausgegebene Routledge Anthology of Poets on Poets (1994) läßt sich jedenfalls beim besten Willen nicht als Litanei von Kampfansagen lesen. Statt dessen glaubt man die Sitzungsberichte einer altehrwürdigen mutual admiration society vor sich zu haben, deren Mitglieder ihre Vorgänger und Zeitgenossen bisweilen bis zur Peinlichkeitsgrenze hochleben lassen, fraglos in der Hoffnung, eines Tages selbst ähnlich spendable Nachrufer zu finden.

Auf die Vivats der Theoretiker und bestallten Interpreten ist allerdings, wie das Beispiel Blooms verdeutlicht, in diesem Jahrhundert zunehmend Verzicht zu leisten. Sie beugen das Knie, schwenken das Weihrauchfäßchen nicht länger, sondern sehen ihre erste Sorge darin, sich der doppelten Aufdringlichkeit von Text und Verfasser zu erwehren. „Die Aufgabe der Kritik ist es, sich der unmittelbaren Präsenz des Werkes zu verweigern“ (Eagleton 1996: 326), wiegelt Terry Eagleton ab, und Pierre Macherey ruft die Stoßrichtung des gesamten Unternehmens in Erinnerung, das auf den Austausch der ‚Wortgewaltigen‘ abzielt:

"Es bleibt offensichtlich, daß das Werk seine eigene Theorie nicht einschließt oder erzeugt; es kennt sich nicht. […] Die Kenntnis des Werks kommt nicht in ihm selbst zustande, sondern setzt einen Abstand zwischen Wissen und Wissensobjekt voraus; um zu wissen, was der Autor sagt, genügt es nicht, ihn zu Wort kommen zu lassen, denn seine Sprache ist hohl." (Macherey 1992: 22)

Machereys in den USA ungleich intensiver rezipierten Landsleuten Roland Barthes und Michel Foucault ging diese ‚Aushöhlung‘ des Werks und der Autorenkommentare nicht weit genug. Nach Jahrzehnten des Untergrabens, Wegerodierens und der kleinschrittigen Demontage wollten sie endlich Nägel mit Köpfen und kopflose Antagonisten. Barthes’ Liquidationsanzeige erschien 1968, im Jahr der Revolte und des Aufbegehrens, und wie die Studenten gegen die politischen Institutionen Sturm liefen, so unternahm es dieser antiautoritäre Theoretiker, das Ancien régime der Literatur vom Sockel zu stoßen und den „Tod des Autors“ als fait accompli erscheinen zu lassen. Das Vokabular ließ dabei an Eindeutigkeit nicht zu wünschen übrig: Barthes evozierte den Eindruck absolutistischer Willkür – „das Bild der Literatur, das die übliche Kultur vermittelt, ist in tyrannischer Weise auf den Autor, seine Person, sein Leben, seine Vorlieben und Leidenschaften fixiert“ (Barthes 1988: 168) –, er insistierte  auf  „Entweihung“,  „Zerstörung“,  „Entfernung des Autors“ (ebd.: 169) und sorgte für die sang- und klanglose ‚Beisetzung‘ (vgl. ebd.: 170). Als Konsequenz des Königsmords aber stand die große Befreiung der Texte samt Abschaffung der hermeneutischen Deutungsknechtschaft auf der Tagesordnung:

"Wir wissen jetzt, daß ein Text nicht eine Aneinanderreihung von Wörtern bezeichnet, die eine einzige ‚theologische‘ Bedeutung (die ‚Botschaft‘ des Autor-Gottes) transportieren, sondern einen multidimensionalen Raum, in dem eine Vielzahl von Schriften, keine davon originell, sich mischt und aufeinanderprallt. […] Es gibt eine Stelle, wo diese Vielfalt gebündelt wird, und das ist der Leser, nicht, wie bisher behauptet, der Autor." (ebd.: 170f.)

Diese Argumentation hat Eindruck gemacht und ist immer wieder aufgegriffen worden. Und doch verwandelt sich der ohne viel Federlesens ausgefertigte Totenschein in das Zertifikat eines Scheintodes, sobald der theoriefixierte, paradigmengebannte Blick in Bewegung gerät und das Spiegelkabinett der Selbstreferentialität Sprünge bekommt. Draußen, will sagen in der Interpretationspraxis der Literaturwissenschaften, ist der Autor nach wie vor eine feste Größe (vgl. Jannidis/Lauer 1999: 3), so daß der konzeptuelle Überbau der Disziplin quer steht zu ihren Alltagsgeschäften. Eine ganz ähnliche Gegenläufigkeit ist übrigens in Gestalt der feministischen Literaturtheorie auch auf der Chef-Etage selbst auszumachen, „denn gerade als der Tod des Autors ausgerufen worden war, entspann sich eine sehr lebendige Diskussion um die Autorin, die in Geschichte, Wertung und Rezeption von Literatur immer schon vergessen und auch ausgelöscht worden war“ (Nieberle 1999: 271). Und die massenmedialen Umgangsformen schließlich lassen sich nur als eine kontinuierliche Falsifikation, als unbekümmerte Absage an die esoterischen und eigenbrötlerischen Annahmen des akademischen Abolitionismus begreifen:

"Es erscheint als interessante und bedeutungsvolle Tatsache, daß in genau dem Augenblick, als der Poststrukturalismus den Tod des Autors als theoretisches Axiom ausruft, dem zeitgenössischen Schriftsteller als Wesen aus Fleisch und Blut ein nie gekanntes Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit entgegengebracht wird." (Lodge 1996: 14)

Diese neuerliche Personalisierung des Literaturmarktes hat David Lodge in „The Novelist Today“ aus der Perspektive des Betroffenen beschrieben, und wenn man seinen, die Lust am Erfolg keineswegs schamhaft verschweigenden Erfahrungsbericht mit den blutleeren Versuchen von Meisterdenkern vergleicht, das gesamte Metier aus der Welt zu vernünfteln, könnte man glauben, die Verlautbarungen stammten von unterschiedlichen Planeten. Trotzdem wird das Projekt, das die Theoretiker auf Kollisionskurs mit den Sicht- und Verhaltensweisen breitester Leserschichten, in Frontstellung zur Interpretationspraxis ihrer eigenen Disziplin, ja, über die Emanzipation der Autorin in Konflikt mit sich selbst gebracht hat, unbeirrbar weiterverfolgt.

 

3. Die verstümmelte Wissenschaft

Wissenschaftliche Theorien räumen in der Regel ein doppeltes Vetorecht ein. Ihr Objektbereich darf mit ‚Unerklärbarkeiten‘ gegen sie zeugen, und auf der Theorieebene selbst können Kritiker den Finger auf logische Inkonsistenzen und interne Ungereimtheiten legen. Ein ernstzunehmendes Modell arbeitet mit – auch untereinander – stimmigen Definitionen und hält seine Grundannahmen konstant. Wie anders erscheint die Situation im vorliegenden Fall. Keines der rivalisierenden Paradigmen ist durchaxiomatisiert, jedes vielmehr selbst ein – oft als heimeliger Zufluchtsort erlebtes – Nest von Widersprüchen: Es gibt keinen Autor, es sei denn, er setzt alle Autoren ab. Der Leser ist souverän, aber andererseits selbst ein Ensemble von Texten oder dem Großen Bruder interpretive community untertan. Herausragende Vertreter der écriture féminine wie Joyce, Wilde oder Larkin sind Männer. Die Entkolonialisierung der Literatur leistet einem umgekehrten Rassismus Vorschub und liebäugelt mit dem Zensor.

Diese Aufzählung wäre leicht zur Litanei auszubauen. Aber hier geht es ja um die Abwehrmanöver, um die Behauptung, in jeder denkbaren Massierung zielten Inkonsistenzvorwürfe an einer Theorieproduktion vorbei, die Anarchie und freeplay auf ihren Schutzschild geschrieben hat. Aus dem breiten Spektrum der Selbstimmunisierungsstrategien im folgenden eine bescheidene Auswahl an Houdini-Auftritten und fesselnden Entfesselungsakten.

Der erste betrifft die offenbar engstirnige Vorstellung, Wissenschaft habe ihre Gegenstände zu definieren, um sie sinnvoll untersuchen zu können. „Das Lachen der Medusa“ schallt einem solchen hoffnungslos logozentrischen Ansinnen entgegen, und in den Erholungspausen läßt uns Hélène Cixous wissen:

"Es ist unmöglich, die weibliche Schreibpraxis zu definieren und diese Unmöglichkeit wird bestehen bleiben, denn diese Praxis kann niemals eingekreist, enkodiert, auf den theoretischen Begriff gebracht werden, sondern wird immer über den Diskurs hinaus sein, der das phallozentrische System beherrscht." (Cixous 1986: 313)

Mit ihrem Anspruch auf immerwährende Unfaßbarkeit stößt sie trotz des polemischen Untertons auch im Lager der maskulinen Theoriebildner überall auf Gegenliebe. Und Paul de Man will denn auch keinem seiner Mittheoretiker die dekonturierende Tarnkappe vorenthalten. „Das dominante theoretische Interesse an der Literaturtheorie “, schreibt er in The Resistance to Theory, „besteht in der Unmöglichkeit, sie zu definieren“ (de Man 1986: 3). Dankbar nimmt der gesunde Menschenverstand angesichts solcher ex cathedra-Bescheide zur Kenntnis, daß er in den verhandelten höheren Interessenlagen ohnedies nicht mehr gefragt ist: „Der Haupteffekt der Theorie besteht in der Infragestellung des common sense und seiner Ansichten über Bedeutung , Schriftstellerei, Literatur, Erfahrung“ (Culler 1997: 4).  

Der Weigerung, das eigene Literaturverständnis auf einen unzweideutigen Begriff zu bringen oder bringen zu lassen, entspricht die Auflösung wiedererkennbarer Identitäten auf seiten des Theorieproduzenten, der sich einem Festgelegtwerden auf das gerade Behauptete proteushaft entzieht. Ann Brooks beobachtet in Postfeminisms entsprechend eine „zunehmende Verflüssigung“ der Kategorien der Selbstdefinition und erläutert: „Identität löst sich auf und wird bruchstückhaft, unterminiert von Kontrasten wie denen zwischen schwul und normal, weiblich und männlich, schwarz und weiß“ (Brooks 1997: 209). An den Selbstporträts und ideologischen IDs, die sich in vielen Beiträgen finden, ist diese Tendenz zur multiplen Persönlichkeit mit ‚wuchernden‘ Allianzen deutlich abzulesen, so daß die Herausgeberinnen des Readers Feminist Criticism and Social Change in ihrer Einleitung feststellen können: „Viele materialistisch-feministische Theoretikerinnen fühlen sich drei- oder vierfach in die Pflicht genommen, weil sie sich auch als ‚racial‘ und/oder ‚lesbian liberationists‘ verstehen“ (Newton/Rosenfelt 1985: xix).

Solche Selbstvervielfältigung klingt nach Überforderung, und ein Leben „als 49jährige schwarze, lesbische, feministische Mutter zweier Kinder, darunter ein Junge, sowie als Partner in einer Mischehe“ (Lorde 1998: 630) ist bestimmt kein Zuckerschlecken. Andererseits ermöglicht es ein Reden mit fünf verschiedenen Zungen und ein Schreiben in ebensovielen divergenten Kontexten. Aus welchem heraus gerade argumentiert wird, bleibt in der Regel unklar. Das allerdings mit gutem Grund, denn wenn eine derart verfaßte Sprecherin mit einer These etwa in den Lesbian Studies anstößt, kann sie sich mühelos unkritisierbar machen, indem sie darauf hinweist, in dem fraglichen Statement habe sich doch offensichtlich ihr sozialistisches Fünftel zu Wort gemeldet. Ein Engagement verpflichtet; viele Engagiertheiten und ein ganzes Bündel theoretisch-ideologischer Loyalitäten aber ermöglichen im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu verantwortende Diskurse.

Am auffälligsten tritt die Lust an der Entkernung der Persönlichkeit und am Abstreifen der Zurechenbarkeiten in Einführungen in das Werk von ‚Theoriestiftern‘ zutage, wobei entweder der Einführende angesichts seines imposanten Gegenstandes zunichte wird und/oder der vorgestellte Meisterdenker – in Applikation des alttestamentarischen Bildnisverbots – alle definitiven Züge verliert. In Übereinstimmung mit dem eben vorgestellten Entlastungsverfahren ist in Julian Wolfreys Deconstruction · Derrida die Theorie selbstverständlich nicht festzuschreiben: „Ich werde die Bestimmung der Dekonstruktion sowohl als Interpretationsmethode wie auch als Schule in Frage stellen“ (Wolfreys 1998: 7). Darüber hinaus zerfällt aber auch seine Einleitung als „Folge ‚programmierter Entschuldigungen‘“ (ebd.: 5) mit sich selbst, und ihr Verfasser steht im Begriff, sich in den Nachhall eines Nachhalls aufzulösen:

"Dies soll lediglich zeigen, daß nichts, was ich hier von Derrida, über Derrida und von seinen Anliegen und Interessen sagen kann, etwas ist, womit sich Derrida nicht schon selbst auseinandergesetzt hätte. [...] Auch gegenüber seinen Kommentatoren habe ich nichts Neues zu vermelden. [...] Ich könnte Bennington hier immer weiter zitieren, breche aber ab. Andernfalls ertappte ich mich möglicherweise dabei, seinen gesamten Text abzuschreiben, einen Text, der, wie er zugesteht, in gewissem Sinne schon (déjà) über die Texte geschrieben ist, unter denen die Signatur Derridas steht." (Ebd. 27f.)

Das Echo ist bekanntlich nicht Herr seiner Worte und Wolfreys durchaus stolz auf seine theoriegläubige Unoriginalität. Für den anti-foundationalism gibt es kein Copyright mehr und im zweiten und dritten Glied schon gar kein Recht auf eigene Ideen. Dafür steht die Idolatrie hoch im Kurs, wobei nicht wenige ‚Heiligenleben‘ ähnlich präzise aufmachen wie Toril Mois Kristeva Reader: „Das Undenkbare denken – das war von Anfang an Julia Kristevas Projekt“ (Kristeva 1986: vi). Möglichst viele intellektuelle Brüche und Kehrtwendungen sind die neuen Voraussetzungen für den Prophetenstatus, der früher mit dem Gradlinigen und Unbeirrbaren in Zusammenhang gebracht wurde. Und fast könnte man sagen, daß die Gesichtslosigkeit im Sinne einer ständigen Permutation der Physiognomien zur Signatur von Größe aufgerückt ist. Geoffrey Bennington qualifiziert in seinem Lyotard-Buch die Publikationsliste seines Theorie-Apostels jedenfalls als „bemerkenswert aufgrund ihrer Brüche und Verlagerungen, nicht wegen irgendeiner Kontinuität“ (Bennington 1988: 1), und es ist gerade das Enigmatische, Sichentziehende, Unfaßbare, das es herauszukehren gilt, wobei der geschäftstüchtige Hagiograph gleichzeitig Prüfungswissen vermarktet und dem Kaiser zu geben versteht, was des Kaisers ist:

"Das zunehmende Angebot von ‚Einführungen‘ läßt auf eine gewisse Bedeutung schließen. [...] Eine Motivation für ihre Produktion ist fraglos die Einsicht, daß es ‚Zeit zu gewinnen‘ gilt – diese Bücher sind unter anderem so konzipiert, daß sie ihren Lesern erlauben, (auch in Prüfungssituationen, wenn es sein muß) über Denker zu parlieren, die aus Zeitknappheit nicht zur Kenntnis genommen werden konnten." (Ebd.: 3f.)

Ein anderes biblisches Gebot findet keine Beachtung mehr: „Deine Rede sei ja, ja, nein, nein“. Dieser Aufruf zur Eindeutigkeit, Überprüfbarkeit und zum Einstehen für das Gesagte muß vielmehr als postmodernes Anathema gelten, gerät der, der – noch – so schreibt, doch automatisch unter Kirchenbann. Die Entlastung von Rechenschaft und intellektueller Haftpflicht erklärt übrigens auch das seit einiger Zeit zu beobachtende Koalieren und Fusionieren von Theoriekomplexen wie Feminismus, Cultural Materialism und New Historicism. Naturgemäß verwischen schon während der Integration die alten Konturen, ergeben sich neue Problemstellungen, laufen Falsifikationsanstrengungen plötzlich leer, weil die Objektkonstanz nicht mehr gewährleistet ist. Den Punkt Omega der Immunisierung, das Paradies der Begründungsfreiheit und Grundlosigkeit, hat Paul A. Bové übrigens schon 1980 beschrieben, und manchen mag das Gefühl beschleichen, es sei in den letzten zwei Dezennien unaufhaltsam nähergerückt: „Letztendlich zeichnet sich eine Literaturtheorie ab, die alles Sprachliche auf nichts gründet, das sich als Fiktion manifestiert, die ihrerseits aus dem nichts kommt und es widerspiegelt“ (Bové 1980: 92).

Diese Gegenstandslosigkeit von Literatur und Literaturtheorie, ihr Ausfluß aus dem Nichts und ihr Zerfließen in Nichtigkeit wird trotzdem eine – gar nicht so schöne – Utopie bleiben. Was dagegen längst als dritte Abwehrreaktion gegenüber Dissidenten praktiziert wird, ist das Umfließen, d.h. ein amöbenhaftes Einkreisen und Sicheinverleiben von Kritik. Damit wird nach der Gegen-Ständlichkeit der literarischen Texte und den Kohärenzerwartungen auf methodologischer Ebene ein drittes ‚Außen‘ dezisionistisch und mit einem Federstrich eliminiert: der Standpunkt des Theoriekritikers jenseits des Kritisierten. So wenig es aus postmodernem Blickwinkel eine Transzendenz des literarischen Objektes gegenüber der literaturwissenschaftlichen Objektsprache und eine Überwelt der Wissenschaftsregeln zur Beurteilung des szientifischen Spiels der Zeichen geben kann, so unrealistisch ist die Schiedsrichteranmaßung, die Unparteiischen-Halluzination im Gewoge der Mannschaften und beim erbitterten Gerangel um den Ballbesitz.

In seiner schon bemühten „Presidential Address“ lehnt sich Miller deshalb entspannt zurück, wenn es um die Abfertigung  von ‚Spielverderbern‘ geht und erklärt:

"Sie behaupten: ‚Ich bin kein Theoretiker‘, was, wie wir wissen, ein theoretisches Statement ist. Die Zurückweisung der Theorie ist heute nur noch im Kontext der gesamten strukturalistischen und poststrukturalistischen Theoriegeschichte – Saussure, Benjamin, Bakhtin, Lacan, Foucault, Barthes, Irigaray, Althusser, Fish, Jameson, Bloom, Derrida, de Man und aller übrigen statthaft.  […] Ihre Irreversibilität wird augenfällig durch die Art und Weise, in der sich Widerstand gegen die Theorie heute offen und unausweichlich theoretisiert." (Miller 1991: 319)

Entscheidend ist hier nicht die Reservierung des Stadions für Sportsfreunde, die mit denselben Sponsorenkonterfeis auf den Trikots einlaufen, sondern der erste und der letzte Satz. Beide kooptieren das Nein und den Protest gegen einen übertheoretisierten Umgang mit Literatur als weiteren Beitrag zu eben dieser Theorie und brechen ihm damit die Spitze ab. Derridas Dekret von der Unhintergehbarkeit der Texte findet ein exaktes Analogon in der Behauptung von der Unüberschreitbarkeit des Theoretisierens: Il n’y a pas de hors-théorie.

In diesem falsifikationsresistenten All der Abstraktionen ist die neue Schulphilosophie – auch hier dem Vorbild steriler scholastischer Kontroversen die Treue haltend – rastlos damit beschäftigt, sich auf höchstem intellektuellen Niveau selbst zu verdummen. Den argumentativen Ausstieg aus dem „Gefängnis der Theorie“ hat sie sich verbaut, weil sogar Polemik immer schon zuhälterisch dienstverpflichtet ist. Bleibt nur die ästhetische Notrutsche, für deren Einsatz ich plädiere. Um wieder literatur- und kunstzentrierte, nichtautistische Poetik und Ästhetik treiben zu können, müssen wir unsere zu Unrecht diffamierten ‚naiven‘ Urteilskategorien reaktivieren, uns abstoßen lassen von der Häßlichkeit der vorherrschenden Paradigmen – und verführen und bezaubern von der Attraktivität unbeschädigter Vorbilder.

Die Retourkutsche, meine Damen und Herren, ist am Ziel. Wir schreiben das Jahr 1891 und Sie betreten das Londoner Pflaster vor den Geschäftsräumen von James R. Osgood, Mc­Ilvaine & Co. Ein glücklicher Zufall will es, daß Oscar Wilde eben dort die ersten druckfrischen Exemplare seiner Intentions-Essays signiert. Ich habe nur Euros in der Tasche und halte ihm diesen Vortrag hin. Er behandelt mich wie das hock-and-seltzer Glas neben sich und würdigt uns keines Blickes. Ich könnte schwören, die Tinte ist parfümiert. Was er mir damit unter meine Ausführungen schreibt, riecht aber strenger: „It is only the intellectually lost who ever argue“ (Wilde 1973: 25) – ‚Nur die Verlorenen im Geiste haben Argumente nötig.‘

 

Ulrich Horstmann hielt den hier abgedruckten Vortrag im Frühjahr auf dem Magdeburger Symposion „Im Schatten des Schönen. Die Ästhetik des Häßlichen in historischen Ansätzen und aktuellen Debatten“.

Eine systematische Auseinandersetzung mit dem Selbstläufertum der Theorie ist soeben unter dem Titel Ausgewiesene Experten. Kunstfeindschaft im 20. Jahrhundert im Peter Lang Verlag, Frankfurt, erschienen.

Um der besseren Lesbarkeit willen wurden die englischen Zitate eingedeutscht.

 

Zitierte Literatur

Barthes, Roland. „The Death of the Author“. Modern Criticism and Theory. A Reader, ed. David Lodge. London: Longman 1988: 167-172.

Bennington, Geoffrey. Lyotard. Writing the Event. Manchester: Manchester University Press 1988.

Biriotti, Maurice; Nicola Miller (eds.). What is an Author? Manchester: Manchester University Press 1993.

Bloom, Harold. „A Meditation upon Priority, and a Synopsis“. Authorship: From Plato to the Postmodern. A Reader, ed. Sean Burke. Edinburgh: Edinburgh University Press 1995: 131-139.

---. „Poetic Origins and Final Phases“. Modern Criticism and Theory. A Reader, ed. David Lodge. London: Longman 1988: 241-252.

Booth, Wayne C. „Preserving the Exemplar or, How Not to Dig Our Own Graves“. Critical Inquiry 3 (1976/7): 407-423.

Bové, Paul A. Destructive Poetics. New York : University of Columbia Press 1980.

Brooks, Ann. Postfeminism. Feminism, Cultural Theory and Cultural Forms. London: Routledge 1997.

Cain, William E. The Crisis in Criticism. Theory, Literature and Reform in English Studies. Baltimore: Johns Hopkins University Press 1984.

Cixous, Hélène. „The Laugh of the Medusa“. Critical Theory Since 1965, eds. Hazard        Adams, Leroy Searle. Tallahassee: Florida State University Press 1986: 309-321.

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