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Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart Jg. 5
(2004), Heft 1
Mein Buch des Monats Januar 2004
Die letzte Strophe von Bertold Brechts „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“ lautet: „Aber rühmen wir nicht nur den Weisen, / Dessen Name auf dem Buche prangt! / Denn man muß dem Weisen seine Weisheit erst entreißen, / Darum sei der Zöllner auch bedankt: / Er hat sie ihm abverlangt.“ In unserem Falle waren es Rachel Salamander und ihr Mann, die Hans Jonas befragt haben und auf 33 Tonbändern ist gespeichert, was er ihnen erzählte. „Daraus ein Buch in der Sprache Hans Jonas’ zu machen, wäre nicht möglich gewesen ohne seine druckreife Rede. Beim Lesen des verschriftlichten Textes hatten wir es schwarz auf weiß. Unsere Fragen wurden überflüssig. Hans Jonas allein sollte zu Worte kommen“ , wie Rachel Salamander in ihrem Vorwort betont (21).

Hans Jonas selbst äußerte sich zu dem Vorhaben: „Dieses Buch ... ist keine Autobiographie. Aus dem Gespräch entstanden, möchte es vielmehr Erinnerungen verzeichnen, die sich mir besonders eingeprägt haben und in denen ich oftmals lediglich Zeuge von Begebenheiten oder Zeitereignissen gewesen bin. Mit anderen Worten: Es sollen Memorabilia sein“(also Denkwürdigkeiten) So hatte Jonas die Gespräche begonnen. Zitiert wird dies vom Herausgeber, der daraus das vorliegende Buch – mit Umstellungen zwar, aber ohne Eingriffe in den Text – anordnete. (387)
Der Teil I ist „Erlebnisse und Begegnungen“ überschrieben. Diesen im engeren Sinn biographischen Erzählungen gilt das Hauptaugenmerk meiner Präsentation als Buch des Monats. Sie beginnen mit dem ersten Kapitel: „Jugend im Mönchengladbach der Kriegszeit“. Hans Jonas wurde am 10.Mai 1903 geboren. Er erzählt : „Mein Bewußtsein der Weltereignisse setzte notwendigerweise am 1.August 1914 ein, als sich plötzlich das eigene Land im Krieg befand. Mit der dem Kinde eigenen Dummheit hatte ich das Gefühl, daß nun endlich etwas geschah. Bis dahin war ich unter bevorzugten Bedingungen aufgewachsen, in einem Land, das seit Jahrzehnten nur Frieden gekannt hatte, das wirtschaftlich blühte, als Kind eines Hauses, das gut gestellt war, wo der Vater ein geachteter Fabrikant und ein anerkanntes Mitglied der jüdischen Gemeinde war, wo man in den großen Ferien mit riesigen Koffern an die Nordsee fuhr und glaubte, das werde immer so weitergehen“. (26/27) Eine Episode aus seiner Schulzeit zeigt, wie sich die Gefühle des Jungen allmählich ändern: ein britischer Truppentransporter war torpediert worden und gesunken und der Lehrer meinte, das sei eine gute Nachricht und hoffentlich seien recht viele ertrunken, als Hans Jonas sich meldete und fragte, ob man das denn wünschen dürfe, was den Lehrer in Verlegenheit brachte. (48).
In diesem ersten Kapitel entwirft Jonas ein lebendiges Bild seiner Umwelt, vor allem das seiner mitfühlenden Mutter, aber auch des Verwandtenkreises mit der unterschiedlichsten Einstellung zur Religion, von streng orthodoxen zu liberal-assimilierten Juden. Er selbst spielt mit dem Gedanken, Maler zu werden und lernt im Atelier seines Lehrers Heinrich Lersch kennen, den Arbeiterdichter – auch dessen Verhältnis zum Kriegsgeschehen wandelt sich von glühendem Patriotismus zu tiefem Pessimismus: er liest sein Gedicht „Verdun“ vor. Noch während des Krieges begegnen dem der Lyrik aufgeschlossenen jungen Menschen die Verse der Expressionisten, neben Franz Werfel war es Johannes R.Becher „und ein jüdischer Dichter, der nur eine kurze meteorische Laufbahn hatte – Ivan Goll“ (52).
Im 2.Kapitel „Dreams of Glory“ schildert Jonas ausführlich seinen „Weg zum Zionismus“: „Meine zionistische Phase begann spätestens nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, in meinen Primanerjahren, sehr zum Leidwesen meines Vaters. Ich war, von einem Vetter in Lechenich abgesehen, der einzige Zionist in der Familie“ (57) – und auch im weiteren Umkreis. Jonas blieb auch während seines anschließenden Studium Zionist, was für seine Entscheidungen nach 1933 von großer Bedeutung sein sollte. Das 3.Kapitel ist überschrieben „Zwischen Philosophie und Zion“. Die Wahl der Philosophie als Studienschwerpunkt wurde vom Elternhaus begrüßt: „Für meinen Vater lag in dem Gedanken, daß ich studieren würde, eine eigene tiefe Befriedigung. Und je reiner das Studium war, das heißt je weiter entfernt von dem ordinären Interesse am Geldverdienen, was Anwälte und Ärzte ja immerhin taten, desto besser. Es lebte darin irgend etwas von einer alten jüdischen Tradition fort, wonach der gelehrte Sohn der beste war“. (79) Das hinderte den Sohn nicht daran, sich von März bis Oktober 1923 in Wolfenbüttel in einer Großgärtnerei in schwerer körperlicher Arbeit praktisch auf Palästina vorzubereiten. (104-07)
Schon in seinem ersten Semester in Freiburg begegnet er Martin Heidegger: „gleichsam eine Schicksalsbegegnung“ (83). Seinetwegen geht Jonas 1924 nach Marburg: „Im Bannkreis Heideggers und der Gnosis“ heißt das 4.Kapitel.. Allerdings gefällt es ihm nicht, daß sich um Heidegger eine Art Kultgemeinschaft bildet. „Selbst Hannah Arendt, die bald in ein sehr viel näheres Verhältnis zu Heidegger treten sollte als irgendeiner von denen, die in dieser Schwärmerei lebten, besaß genügend Distanzgefühl, daß ihr diese Art von Heiligenverehrung unangenehm war. Wir beide, die wir uns damals schnell gefunden hatten, schüttelten uns vor dieser Art von hochmütig exklusiver Heidegger Ergebenheit.“ (109). Die Freundschaft zwischen Hannah Arendt und Hans Jonas bestand ein Leben lang, wenn auch nicht ohne Krisen. Vielleicht wäre es auch mehr geworden – davor schützte Hannah den Freund, indem sie ihn zum einzigen Mitwisser ihrer Liebe zu Heidegger machte. Sie erzählt ihm, was sich nach einer Sprechstunde Heideggers begeben hat – in ihren Worten - : „Plötzlich fiel er vor mir auf die Knie. Und ich beugte mich nieder und er streckte von unten aus dem Knien heraus seine Arme zu mir empor, und ich nahm seinen Kopf in meine Hände, und er küßte mich, ich küßte ihn.“ (114)
Für Jonas von großer Bedeutung wurde auch die Begegnung mit dem Marburger Theologen Rudolf Bultmann, an dessen Seminaren er teilnahm und dabei sein Dissertationsthema fand, Wurzel seines ersten größeren wissenschaftlichen Werkes über „Gnosis und spätantiker Geist“. Er urteilt rückblickend: „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie fern der Welt man sich in Marburg bewegen konnte, ohne dem Zeitgeschehen überhaupt Beachtung zu schenken. Eine verhängnisvolle Sache“ (124)
Nach seiner Promotion 1928 strebt Hans Jonas eine Universitätslaufbahn an, als Privatdozent und später als Professor – aber der immer fühlbarere Antisemitismus und der Aufstieg der Nazis macht ihm klar, dass er Deutschland verlassen und nach Palästina gehen muss. Ein Schüsselereignis bestärkt ihn darin. Als er mit einer Freundin abschiednehmend im Spessart wandert, begibt sich folgendes: „An dem Tisch, an dem wir saßen waren auch einige rüstige Männer, vielleicht Holzarbeiter aus der Gegend, und die stimmten Lieder an, darunter das Lied mit dem schönen Reim: ‚Wenn’s Judenblut vom Messer fließt, dann geht’s noch mal so gut.’ Sobald das erklungen war, sagte ich: ‚Bitte zieht eure Messer heraus. Hier bin ich. Hier ist ein Jude.’ Plötzliches Schweigen...“ Jonas und seine Freundin werden dann vom Ortskommandanten angewiesen, sofort sein Gebiet zu verlassen, er gibt ihnen einen Begleiter mit. – Jonas schließt: „Ich bekam hier eine Probe davon, wie eine Bevölkerung in so etwas hineingetrieben wird und mitmacht, ohne sich zuvor klargemacht zu haben, was sie damit eigentlich tut.“ (171/72)
Jonas’ Auswanderung nach Palästina vollzieht sich allen damaligen Vorschriften entsprechend (s. S.130/31). Er geht jedoch Ende August 1933 zuerst nach England, von wo aus er den Druck des ersten Bandes von „Gnosis und spätantiker Geist“ betreuen kann, macht Reisen nach Paris, in die Schweiz und nach Holland, ehe er 1935 „zu Pessach“ in Palästina eintrifft. An dem Tag, an dem er den herzzerreißenden Abschied von den Eltern nimmt – selbst wenn er nicht weiß, dass er sie zum letzten Mal sieht, schwört er sich: „Nie wiederzukehren, es sei denn als Soldat einer erobernden Armee.“ (131) Im fünften Kapitel: „Emigration. Zuflucht und Freunde in Jerusalem“ erzählt Jonas zuerst von den Schicksalen seiner Familienangehörigen – am schmerzlichsten ist das seiner Mutter, die nach dem Tode des Vaters (1938) zur Auswanderung bereit ist, aber ihr mühsam erworbenes Zertifikat ihrem zweiten Sohn Georg überlässt; für sie ist es dann zu spät, es gelingt nicht, sie nach Palästina zu holen.(136 ff.) Erst 1945 erfährt Jonas, dass sie deportiert und in Auschwitz ermordet wurde, eine unheilbare Wunde in seinem Leben.
Jonas gewinnt in Jerusalem einen gelehrten Freundeskreis, zu dem auch Gershom Scholem gehört. „Es gab niemals einen langweiligen Moment oder einen Mangel an Themen, ganz abgesehen von den Tagesereignissen, die wir in unseren Gesprächen kommentierten. Und das alles auf deutsch!“ (154). Leider macht ihm das Hebräische große Schwierigkeiten, zumal als er Lehraufträge an der Hebräischen Universität bekommt: „da kostete mich die Vorbereitung einer Vorlesungsstunde eine ganze Woche, ein halber Tag für den Inhalt, die restliche Zeit für die Hebraisierung.“ (155) 1936, als der arabische Aufstand gegen die Mandatsregierung und das jüdische Siedlungsprogramm beginnt, tritt Jonas der Hagana bei, „der illegalen jüdischen Selbstverteidigungsorganisation“ und wird an der Waffe ausgebildet, übernimmt den nächtlichen Schutz der Kibbuzim, gerät in diesen Jahren aber nie in ein Gefecht.
1937 begegnet er Lore Weiner, seiner späteren Frau (das sechste Kapitel heißt „Liebe in Zeiten des Krieges“). Gegen Ende dieses Kapitels charakterisiert Jonas ihrer beider ungleiches Wesen: „In einem Gespräch über meine Erinnerungen sagte Lore einmal: ‚Das läuft alles zu sehr auf eine Erfolgsgeschichte hinaus, in der alles so gut und glücklich verlief. In Wirklichkeit gab es doch in unserem Leben auch viel Schweres und Banges, bisweilen große Befürchtungen, wie es weitergehen sollte“... Jonas setzt sich mit dieser Kritik gründlich auseinander (181-84) und kommt zu dem Ergebnis: „...etwas in ihr hat sich wohl – neben aller Bewunderung – immer gewehrt gegen diesen einseitigen Vorrang des Rationalen in der Betrachtung der Dinge, im Erleben der Welt und des eigenen Lebens und so hat sie sich ihre Gefühlswelt bewahrt, die aus Dunkel und Licht gemischt ist, während es bei mir stets hell, bisweilen vielleicht überhell war.“
Hans Jonas bemüht sich seit Beginn des Krieges um die Aufstellung einer jüdischen Einheit bei den Alliierten , er empfindet diesen Kampf als: „Ein bellum judaicum in des Wortes tiefster Bedeutung“ (Kap.7). Er verfasst den Aufruf „Unsere Teilnahme an diesem Kriege. Ein Aufruf an alle jüdischen Männer“, hier wiedergegeben nach der Fassung im Nachlass. „Individuelle Würde, nationale Ehre und politische Überlegung gebieten gleicherweise unsere volle Teilnahme an diesem Krieg. Sie ist uns Pflicht und muß einem Manne, der diesen Namen verdient, Bedürfnis sein.“ (187). Jonas begründet in diesem Appell ausführlich und aspektreich die Notwendigkeit zur Gründung einer jüdischen Legion. Diese Pläne scheitern zunächst, erst nach dem Zusammenbruch Frankreichs sollten unter englischem Oberkommando palästinensische Freiwilligen-Einheiten gegründet und in Nordafrika eingesetzt werden. Jonas wird einer Anti-Aircraft Batterie zugeteilt und schließlich nach Zypern verlegt. Nach einem letzten Urlaub in Haifa nimmt er an der Landung in Italien teil und erlebt die Kapitulation der deutschen Truppen in Italien am 29.April 1945.
Die „Reisen im zerstörten Deutschland“ (Kap.8) beginnen mit der Verlegung der jüdischen Brigade über die Alpen. Bei Ulm wird diese plötzlich von vielen Juden umringt: „In der Nähe – in Landsberg – befand sich nämlich ein von den Alliierten befreites Lager, in dem nun displaced persons untergebracht waren ...Wir hielten an, und sie umarmten uns und küssten den Davidstern, sie waren von Amerikanern befreit worden, doch hier begegneten sie bewaffneten Juden – als Siegern, nicht als Märtyrern und Opfern!“ (215). Hier hört Jonas zum ersten Mal die Namen Auschwitz und Treblinka. Die Brigade wird nach einiger Zeit nach Venlo in Holland verlegt, um Übergriffe zu vermeiden. Von hier aus ist es nicht weit nach Mönchengladbach, wo Jonas vom Schicksal seiner Mutter Kenntnis erhält – durch eine Überlebende des Lagers. Aber unbeschreiblich ist die echte oder gespielte Ahnungslosigkeit der Deutschen, die er trifft, z.B. in seinem Elternhaus - diese abgrundtiefe Fremdheit: „Meinem Gefühl nach war die deutsche Schuld so ungeheuerlich, daß die einzige angemessene Haltung öffentliche Bußgänge und allgemeine Zerknirschung gewesen wäre, doch ich sah, daß, von den Freunden abgesehen, die meisten Deutschen, mit denen man in Berührung kam, entweder nicht wahr haben wollten, was geschehen war, oder unaufhörlich versicherten, selbst nicht beteiligt gewesen zu sein.“ (227) Das ist erst anders, als er in Marburg nach dem Abstand von zwölf Jahren Rudolf Bultmann wiedersieht. (235 ff.)
Im November 1945 kommt Jonas endlich nach Jerusalem zu seiner Frau und den Freunden zurück, wo sich schon bald die Frage stellt, ob seines dauernden Bleibens dort sein kann („Von Israel in die Neue Welt“ Kap.9). Als er im Sommer 1949 die Beurlaubung aus der israelischen Armee erhält, fährt er mit seiner Frau und der kleinen Tochter nach Kanada, wo sie freundlich empfangen werden und wo Jonas am Dawson College in der Nähe von Montreal eine erste Stellung findet und eine Einführung in die Philosophie vorträgt –dabei sein Englisch vervollkommnet. Sein Umgang sind viele Naturwissenschaftler, was seinen Interessen entgegen kommt. 1950 wechselt er als „Visiting Professor“ ans Carleton College nach Ottawa. Und erhält dann 1955 einen Ruf an die New School for Social Research, wo er bis zu seiner Emeritierung bleibt. Die Familie Jonas, zu der inzwischen die drei Kinder gehören, lässt sich in New Rochelle bei New York unter lauter Mathematikern nieder.
Von nun an kann Jonas das Gelehrtenleben führen, das ihm in Deutschland verwehrt worden war und es entsteht die Reihe seiner wichtigen Publikationen, von denen die erste wieder deutsch geschriebene: „Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation“ 1979 ein überwältigender Erfolg wird. In dem letzten Kapitel des ersten Teils „Freundschaften und Begegnungen in New York“ schildert Jonas unter anderem die schwere Krise in seiner Freundschaft mit Hannah Arendt – verursacht durch ihre Berichte vom Eichmann-Prozess in Israel: „Kurz und gut: Ich war erschrocken über solches Nichtwissen vom Judentum, vor allem aber über die Art, wie sie uns, und besonders die Zionisten, aber auch den Juden im allgemeinen, die Mitschuld an der Shoah gab, anstatt die erzwungene Mitwirkung an der eigenen Vernichtung als tragischen Tatbestand zu schildern.“ (291) Es kommt zum Bruch, der erst nach Jahren geheilt werden kann. Auch im Verhältnis zu Gershom Scholem ist es zu einer Entfremdung gekommen, weil Jonas 1952 den Ruf an die Hebräische Universität in Jerusalem abgelehnt hat.
In unserm Band folgt nun der Teil II „Philosophie und Geschichte“ mit den Kapiteln „Abschied von Heidegger“, „Wert und Würde des Lebens: Philosophie des Organischen und Ethik der Verantwortung“ sowie: „ ... ‚All dies ist Gestammel’: Auschwitz und Gottes Ohnmacht“, in denen Jonas die Grundzüge seiner Philosophie darstellt. Als letztes Kapitel folgen noch die „Lehrbriefe an Lore Jonas“, die er seiner Frau während seiner langen Abwesenheit im Krieg geschrieben hat.
Der „Anhang“ bringt dann unter dem Titel „Aber die Welt ist für mich niemals ein feindlicher Ort gewesen“ das ausführliche Nachwort von Christian Wiese (387-425), ferner die sehr instruktiven Anmerkungen, eine „Zeittafel“ zur Orientierung, eine umfassende Bibliographie der Werke des Autors nebst einer Auswahl der wichtigsten Sekundärliteratur zu Hans Jonas und das Personenregister. Vor dem Nachwort eingeschaltet ist ein schöner Bildteil (35 Fotos).
Das letzte Wort soll Lore Jonas haben. Sie schließt ihr Geleitwort: „Er hatte keine Angst vor dem Tod, sondern hielt es, wie er in seinem Aufsatz ‚Last und Segen der Sterblichkeit’ schrieb: ‚Was jeden von uns betrifft, so könnte das Wissen, daß wir hier nur kurz weilen und daß unserer zu erwartenden Zeit eine unwandelbare Grenze gesetzt ist, sogar nötig sein als Antrieb dafür, unsere Tage zu zählen und sie so zu leben, daß sie durch sich selber zählen.’ Ich denke, er tat es.“
Hans Jonas starb am 5.Februar 1993 in New Rochelle bei New York.
Renate Scharffenberg