![]()
Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart Jg. 6
(2005), Heft 2


Aris Kalaizis im Marburger Kunstverein
(vor "The
Ideal Crash", 4x 175 x 135 cm 2001/2002)
Nach dem Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, 1997, kam zunächst "ein Riesenloch, der so genannte freie Markt" - ungewohnt genug für den noch in der DDR Aufgewachsenen. Inzwischen jedoch gibt es internationale Resonanz auf die Arbeiten von Aris Kalaizis. Seine Reaktion darauf: "In möglichster Zurückgezogenheit an seinem Projekt weiterarbeiten, sich nicht verrückt machen lassen." Die Durststrecke nach dem Hochschulabschluss empfindet er als wichtig: "Ich war gewappnet, bin nicht umgefallen, trotz finanzieller Schwierigkeiten. Eigentlich ist es wichtig, dass es nicht zu gut beginnt." (Dieses und die folgenden Zitate aus unserem Gespräch mit Aris Kalaizis anlässlich der Marburger Ausstellungseröffnung. Der Bericht im Forum versucht eine erste Annäherung an die Bilder.)

"Götter der Moderne"

"Die große Hoffnung", Öl auf Leinwand, 151 x 181 cm, 2002

"Die große Hoffnung", Ausschnitt

"Frauenbild", Öl auf Leinwand, 34 x 44 cm, 2003
(insgesamt
12 Bilder, jeweils 34 x 44 cm)
"Die wenigsten Frauen "gefallen sich" auf den Bildern", sagt Kalaizis. "Sie sollten sich "leer" machen". Auf die Frage, ob die Gesichter nicht alle sehr traurig wirkten, antwortet er: "Wir verwechseln heute Traurigkeit und Ernsthaftigkeit. Das ist eine Folge der Spaßgesellschaft, in der wir leben."

"Frauenbild", Öl auf Leinwand, 12x 34 x 44 cm, 2003

"Die doppelte Frau II", Öl auf Holz, 90 x 161 cm, 2004

"Die Lichtung", Öl auf Holz, 110 x 195 cm, 2004

"Der Ozean", Öl auf Holz, 120 x 124 cm, 2004

"Die Nacht stirbt vor der Stille", Öl auf Holz, 2004

"Memento", Öl auf Holz, 81 x 110 cm, 2004

"Der Gang", Öl auf Holz, 30 x 40 cm, 2004

"Brancard", Öl auf Holz, 2004
"Ich selbst bin nicht kühl oder distanziert, aber meine Formsprache ist so." - "Ich habe als Maler nichts zu sagen, sondern zu malen. Ich schaue mir meine unmittelbare Umgebung an, die Nachbarschaft des Ateliers, Treppenhäuser: wenn diese Dinge eine Einfachheit besitzen, um den Hintergrund für eine mögliche Szenerie abgeben zu können, dann nehme ich ein Blatt Papier ... stelle dann ein Foto her und hänge es mir neben das Bett, schaue es mir an und lasse es "schlummern" und gären. Danach arbeite ich fast wie ein Drehbuchautor, schreibe ein Skript und komponiere dann in den fotografierten Hintergrund - der so klar wie möglich sein muss, damit er den uneindeutigen Situationen Halt gibt - die Personen. Jede Person hat ein eigenes Drehbuch. Dann hole ich mir die Leute ins Atelier, mache wieder ein Foto und fange an zu malen. Ich arbeite jeweils nur an einem Bild, ich bin kein Serienmaler."

"Das englische Zimmer", Öl auf Holz, 60 x 90 cm, 2004

"Der Ausflug", Öl auf Leinwand, 135 x 175 cm, 2004
Biografie
1966 geboren
in Leipzig
1989 Hochzeit
mit Annett
1994 Geburt
der Tochter Nike
1992 - 1997 Studium an der Hochschule für Grafik und
Buchkunst, Leipzig
1997 Diplom
Malerei an der HGB Leipzig
1997 - 2000 Meisterschüler bei Prof.
Arno Rink
Ausstellungen (Auswahl)
1997 "Von
unvoreiligen Versöhnungen" ARTCO Galerie Leipzig
1999 "Series"
Gallery Joshua M. Goldblum Cincinnati/Ohio
2000 "Athletik
und Sinnmonarchie" maerzgalerie Leipzig
2001 Hellenic
Foundation Berlin
2002 Kunstpreis
der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
2002/2003 Kunstpreis
der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
"Malerei
an einem stillen Nachmittag" maerzgalerie Projektraum Leipzig
2003 "Brancard"
quicksilver Berlin
2004 "Tag-
und Nachtbilder" maerzgalerie Leipzig
"Zweidimensionale"
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig