Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 6 (2005), Heft 2


 

Totentanz um den Papst

Einige kurze Bemerkungen zur Berichterstattung der Medien am Beispiel der FAZ

von Regina Berlinghof

Bei allem Respekt für die menschliche Größe des verstorbenen Papstes - ich habe nicht schlecht gestaunt, wie sich die seriöse Tageszeitung FAZ eine ganz Woche lang dem Personenkult ergeben und in ein Kirchenblatt der ecclesia catholica triumphans verwandeln konnte. Viele Katholiken in meinem persönlichen Bekanntenkreis – und gerade die in der Gemeinde aktiven – differenzierten sehr viel sachlicher und genauer zwischen dem charismatischen Menschen Karol Wojtyla und dem erzkonservativen Kirchenführer einer dogmatisch verkrusteten Kirche.

Immerhin ließ mich Patrick Bahners Leitartikel vom Samstag wieder Hoffnung schöpfen, zitiert er doch schon im Titel die Schrift des Ketzers Martin Luther „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Vor allem die letzten Zeilen Bahners: „Ihn (den römischen Papst) bindet weder Landessitte noch Zeitgeist. Der römische Weltbürger ist ein freier Herr und niemandem untertan, als freier Christenmensch ein Beispiel für alle anderen“, setzen wahrlich ein Zeichen für die Zukunft:

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