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Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart Jg. 6
(2005), Heft 6
In der Frühe
Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,
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Fußreise
Am frischgeschnittnen Wanderstab
Also bist du nicht so schlimm, o alter
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Frage und Antwort
Fragst du mich, woher die bange
Sprich, warum mit Geisterschnelle
Banne du auf seiner Fährte
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Auf den Tod eines Vogels
O Vogel, ist es aus mir dir?
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Heimweh
Anders wird die Welt mit jedem Schritt,
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Nachts am Schreibepult
Primel und Stern und Syringe, von einsamer Kerze
beleuchtet,
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Joseph Haydn
Manchmal ist sein Humor altfränkisch, ein zierliches
Zöpflein,
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Der Kanonier (Mit einer Zeichnung )
Feindlich begegneten sich auf der Erde die Scharen des
Himmels |
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Auf dem Krankenbette
Gleichwie ein Vogel am Fenster vorbei mit sonnebeglänztem
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Agnes
Rosenzeit! Wie schnell vorbei
Um die Ernte wohlgemut,
Schleiche so durchs Wiesental,
Oben auf des Hügels Rand,
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Josephine
Das Hochamt war. Der Morgensonne Blick
Dazwischen hört ich eine Stimme wehen,
Wer ists, der diese Himmelsklänge schickt?
Hier konnt ich denn in unschuldsvoller Lust
Doch, welch ein Blick und welche Miene,
Und wie der Mund, der eben im Gesang
O dieser Ton, - ich fühlt es nur zu bald,
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Michael Blümel, der die hier vorgestellten Bilder zu Gedichten von Eduard Mörike gemalt hat, ist 1967 in Bad Mergentheim geboren, der Stadt, in der Eduard Mörike von 1844 bis 1851 lebte.
Von 1989 bis 1991 studierte Michael Blümel Kunstgeschichte, Malerei und Bilderhauerei in Mannheim, von 1991 bis 1996 in Freiburg Visuelle Kommunikation/Grafik-Design. Er lebt in Leipzig und zeitweise in Cahors (Südfrankreich). Er arbeitet für Autoren, Verlage, Theater, Zeitungen, Kommunen, Firmen.
´Bibliomanisch´ nennt Michael Blümel sein Verhältnis zu Büchern. Er sammelt sie, liebt sie, behandelt sie wie gute Freunde. Sie bilden eine wichtige Inspirationsquelle für seine künstlerischen Arbeiten. Wobei Autoren mit einer ungewöhnlichen Persönlichkeit ihn besonders reizen.
Die Bilder machen neugierig auf eine Wiederbegegnung mit Mörikes Gedichten, sie öffnen die Augen für einen neuen Blick, für ein vertieftes, vertiefendes Lesen. Seinem ersten Künstlerbuch gab Michael Blümel den Titel: „aufgekratzte Blicke“. ´Aufgekratzte Blicke´ fordern und fördern seine Bilder und lassen so - nach und nach - tiefere Schichten der Gedichte erkennen.