Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 7 (2006), Heft 3


 

Arne Rautenberg

unzuberuhigen die blöblö

– Collagen, Gedichte, Nervenflattern – 

 

 

 

 

antzubeworten die frafra

anzubespruchen das lele
inzubehalten die grögrö
herzubebergen die lili
heizubematen das gugu
aufzubetragen das schöschö
vorzubezugen das feifei
obzubeachten die zeizei
mitzubeleiden die toto
anzubestanden das gaga
vorzubemunden die dudu
unzuberuhigen die blöblö

 

 

 

 

 

das lala-unser

lala lala
la la la la lala
lalala lala la lala
la la lala
la lala lalala
lala lala la la lala
lala lalala la la la lala
la lala la lalala la
la la la lalala lalala lalala
la lala la la la lalala
lala lalala la la la lala
la la la la la la la la la la lalala la lalala
lala

 

 

 

 

draculabelle zu drakulakai

drakulakritz triebs mit draculatex
drakulazarus verführte draculavendel
draculametta winselte nach draculamento
draculaotse vögelte draculatrine
draculafontaine prügelte draculamm
dracularifari leckte draculapidar
draculama schrie nach draculala
draculava ergoss sich in draculahm
draculavoir vernaschte draculazarett
und ich draculabelle tats mit draculabor

 

 

 

 

 

na dann is ja gut

wie heißt du?
heiße wieheißtdu
woher kommst du?
komme aus woherkommstdu
wohin gehst du?
gehe nach wohingehstdu
was suchst du?
suche wassuchstdu

 

 

 

 

 

rei rei rei

hoppe hoppe rei rei rei
wenn er fällt dann ter ter ter
fällt er in den gra gra gra
fressen ihn die ben ben ben
fällt er in den su su su
macht der reiter mpf mpf mpf

 

 

 

 

das haus nikolaus ist vom das
ist das vom haus das nikolaus
das nikolaus vom ist haus das
haus vom das das nikolaus ist
vom haus das ist nikolaus das
nikolaus vom haus das ist das

 

 

 

kommt ein mann
die treppe rauf
klopft an bim bam
guten tag kleine
madam! atem flach
auge wach doch ach!
kommt ein mann
die treppe runter
stürzt kopfunter
bumm bam gabs
ein kleines melodram

 

 

 

 

 

malen nach reimen 

ich malte mal die gelbe elbe
die gefiel mir nicht so malte ich die grüne düne
die gefiel mir nicht so malte ich die blaue klaue
die gefiel mir nicht so malte ich die schwarze parze
die gefiel mir nicht so malte ich die braune daune
die gefiel mir nicht so malte ich die orange melange
die gefiel mir nicht so malte ich die rote pfote
die gefiel mir nicht so malte ich die violette klette
die gefiel mir nicht wie schön war doch die weiße scheiße

 

 

 

 

muss und kann im umkehrschluss

das absolute muss
ist ein ansolutes kann
und also heißts im umkehrschluss
das ansolute kann
ist ein absolutes muss

 

 

 

 

 

dreck

staubkorn wünscht sand
korn guten morgen
steinchen wünscht lehm
bruch guten appetit
hochland wünscht fest
land guten tag
erdball wünscht sonnen
system gute nacht

 

 

Vita

Arne Rautenberg, geb. 1967 in Kiel, lebt dort als freier Künstler, Autor und Vater von zwei Kindern. Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Volkskunde.
Feuilletonschreiber für die Neue Zürcher Zeitung und Volltext.
Letzte Veröffentlichungen: "Der Sperrmüllkönig" (Roman, Hoffmann und Campe; Hamburg 2002) sowie der Gedichtband "einblick in die erschaffung des rades" (Darling Publications, Köln 2004); zudem erschienen viele Geschichten und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt in: "Tierische Liebe" (Eichborn Verlag, Berlin 2004) und im "Jahrbuch der Lyrik" (Fischer Verlag 2005).  Letzte Ausstellung: "stehen im lauf der zeit", Galerie Enja Wonneberger, Kiel 2003.

[Zurück zur Startseite]