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Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart Jg. 8
(2007), Heft 4
Italien ist ein deutscher Traum. Seit Winckelmann und später Goethe Italien als kulturelle und literarische Inspirationsquelle publik machten, nahm das Land, wo die Zitronen blühen, einen festen und umfänglichen Platz im geistigen Horizont der gebildeten Kreise im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts ein. Dabei war Italien von Beginn an in erster Linie eine Projektionsfläche für kulturhistorische Vorstellungen, deren Kern eine Verherrlichung antiker Kultur – oder den zeitgenössischen Vorstellungen davon – und arkadische Phantasien von einem Paradies bildeten, in dem die Zeit stillsteht. Wenn Italien der Sehnsuchtsort der deutschen Literatur schlechthin geworden ist, dann auf der Grundlage solcher Bilder in den Köpfen der Reisenden, die sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur ungern von der aktuellen Lebenswirklichkeit irritieren ließen. (Noch in Gerhard Polts satirischem Film „Man spricht deutsch“ von 1988 fällt der Satz: „Italien wär’ ja schön, wenn bloß die Italiener net wär’n“ – Wunschbilder prägen eben nach wie vor die Italienrezeption.)

So hat man es, wenn man Reiseberichte, Romane und gelehrte Abhandlungen über das Italien des 18. und 19. Jahrhunderts liest, zumeist mit Italienbildern zu tun, die in einem ausgeprägten Spannungsverhältnis zur vorfindlichen Realität stehen. Winckelmann ließ sich von den Artefakten einer lange vergangenen Antike überwältigen und prägte die Idee von deren „edler Einfalt und stiller Größe“, während ihn die italienische Gegenwart eher störte. Liest man Goethes Italienische Reise, erfährt man viel über Kultur- und Kunstschätze aus der Vergangenheit des Landes, gewürzt mit einigen Beschreibungen klassisch getönter Landschaften; während die Einwohner eher als pittoreske Staffage erscheinen.
Vor allem diese beiden Protagonisten der Antikenverehrung beförderten ein Italienbild, welches bürgerlich-aufklärerischen Bildungsidealen verpflichtet und bis ins 20. Jahrhundert hinein wirksam war. Jedoch ergaben sich in der Zeit um 1800 mit der Romantik neue Interpretationen, die Italien „vom pittoresken Raum für Bildungserlebnisse zu einem realen Land“ (S. 20) zu machen begannen. Neue Italienbilder entstanden, die zunehmend die zeitgenössische italienische Wirklichkeit miteinbezogen, jedoch weiterhin an – gewandelte – literarische und kulturelle Bedürfnisse gebunden blieben. Deren wohl wichtigster Aspekt ist dem von der Romantik beförderten neuen Individualismus geschuldet: Italienreisen wurden zur Selbsterfahrung, der Weg vom kühlen Norden über die gefahrenreiche Alpenbarriere ins sonnige Traumreich des Südens wurde literarisch zu einem entscheidenden Schritt der Entwicklung der Persönlichkeit stilisiert.
Damit sind einige Hintergründe und Ausgangspunkte von Christina Ujmas Studie zu Fanny Lewalds Italienreisen im 19. Jahrhundert umrissen. Die 1811 in Königsberg geborene und 1889 verstorbene Kaufmannstochter Lewald machte sich als erfolgreiche Reiseschriftstellerin und kluge Kommentatorin zeitgenössischer sozialer und kultureller Entwicklungen einen Namen. Zeit ihres Lebens war sie von Italien fasziniert; auch für sie war Italien ein Traum. Im Laufe ihres Lebens reiste sie viermal in das Land ihrer Sehnsüchte, und jede Reise wurde von ihr literarisch verwertet. Die Reise 1845/46 wurde im Italienischen Bilderbuch und – zwanzig Jahre später – im Römischen Tagebuch verarbeitet. Die Fahrt 1866/67 hatte Ein Winter in Rom zur Folge, die Reisebriefe aus Deutschland, Italien und Frankreich entstanden während ihrer Tour 1877/78, und als sie kurz darauf, 1880/81 ein letztes Mal Italien bereiste, erschien Vom Sund zum Posilip. Briefe aus den Jahren1878 bis 1881.
Was den von Ujma detailliert herausgearbeiteten Wert der in einem Zeitraum von fast 40 Jahren entstandenen Texte Lewalds ausmacht, ist die Vielfalt ihrer Bezüge. Nicht nur sind sie von biographischer Bedeutung, sondern sie spiegeln auch ein Italien wider, das sich in dieser Zeit stärker und rascher wandelte als in den Jahrhunderten zuvor. Ujma beschränkt sich also nicht darauf, eine monographische Studie zu Lewalds Italienreisen zu verfassen. Sie nutzt ihr Thema vielmehr dazu, eine ganze Reihe wichtiger zeitgenössischer Diskurse aufzugreifen, in die Lewalds Reisen eingebettet sind und die es erlauben, ein geistiges und historisches Panorama deutscher Italienreisen des 19. Jahrhunderts zu entfalten. Im Gegensatz zu den meisten ihrer italienbesuchenden Zeitgenossen hatte Lewald ein waches Auge auf die italienische Lebenswirklichkeit und die sozialen, politischen und kulturellen Realitäten des Landes. Als aufgeklärte Liberale trat sie in engen Kontakt mit den gebildeten und fortschrittlich gesinnten Kreisen des urbanen Bürgertums in den italienischen Städten und wurde eine engagierte Fürsprecherin der italienischen Einigungsbewegung, des Risorgimento. Immer wieder thematisiert sie die Lage von Frauen in der Gesellschaft, und außerdem beobachtet sie die durch die zunehmende Technisierung des Verkehrs ausgelösten Veränderungen des Reisens und damit auch ihres eigenen Metiers, der Reiseliteratur. Den wichtigsten Aspekt sieht Ujma jedoch in Lewalds Beschreibungen der Städte und der urbanen Kultur Italiens, womit sich Lewald von ihren schreibenden deutschen Zeitgenossen abhebt, die dem Phänomen Stadt eher distanziert gegenüberstanden.
Eine Analyse der Lewaldschen Bücher bietet also die Chance, die Geschichte der deutschen Italienwahrnehmung mit der Biographik und der Geschichte der Reiseliteratur zu verknüpfen und daran Diskussionen von italienischer Politik-, Landes- und Sozialgeschichte sowie Genderfragen anzubinden – eine Chance, die Ujma voll ausnutzt und damit eine beeindruckende interdisziplinäre Studie vorlegt, die ihrem ausführlichen Untertitel gerecht wird. Schon die Aufführung von Vormärz, Nachmärz und Gründerzeit zeigt die politisch-historische Dimension der Arbeit an, die anhand der Lewaldschen Reiseberichte die gravierenden politischen Veränderungen in Italien und Deutschland miteinander in Beziehung setzt. Lewald wird dabei als eine Schlüsselfigur des deutschen Italienverständnisses und seinen Veränderungen im 19. Jahrhundert präsentiert. Auch die Titelbilder mit den Portraits von Lewald, Lord Byron, Garibaldi und Goethe deuten das Spektrum an, in dem sich die Studie bewegt.
Dabei betritt Ujma in mehrfacher Hinsicht Neuland. Zwar sind Italienreisen deutscher Literaten ein bewährtes und bekanntes Thema. Der Blickwinkel der Germanistik zeichnet sich laut Ujma jedoch durch eine irritierende Engführung aus. Trotz der eigentlich weithin bekannten Brüche in der Italienwahrnehmung scheint noch immer die „Goethe-Winckelmann-Schiene“ in der Betrachtung zu dominieren, geht die Literaturwissenschaft weiterhin zumeist vom Prototyp des männlichen, bürgerlichen Bildungsreisenden aus, der im Süden die Antike und die Zitronen sucht. Die in Wirklichkeit auszumachende Vielfalt und Weiterentwicklung der Motive von Italienreisenden nach Goethe wird nur selten wahrgenommen. Daß es seit Angelika Kauffmann eine beachtliche Tradition italienreisender Frauen und der daraus hervorgehenden Literatur gibt, wird ebenfalls vernachlässigt. Zudem war Italien zwar im ländlichen Raum und im römischen Kirchenstaat tatsächlich oft erschreckend unterentwickelt, daneben existierte jedoch in vielen Städten eine urbane Kultur mit einer kosmopolitischen Schriftsteller-, Künstler- und Intellektuellenszene mit internationalen Verbindungen, von der deutsche Besucher wie Lewald nur träumen konnten. Dazu kommt, daß immer noch viele Wissenschaftler offenbar davor zurückschrecken, sich Themen zu widmen, bei deren Behandlung sie ihre Fachgrenzen überschreiten und interdisziplinär arbeiten müßten. All diese vernachlässigten Diskurse thematisiert Ujma ausgiebig und nutzt sie für die eine oder andere Spitze gegen die germanistische und literaturwissenschaftliche Zunft.
Ujma gliedert ihre Untersuchung entlang der Reiseberichte in chronologischer Reihenfolge. Das Italienische Bilderbuch, 1847 erschienen, beschreibt das Italien aus der Perspektive des Vormärz. Für die 34 Jahre alte Fanny Lewald bedeutet die Reise nach romantischem Vorbild einen therapeutischen Akt der persönlichen Befreiung und der Selbstermächtigung. Sie knüpft an die Grand Tour an, die männlich besetzte traditionelle Bildungsreise junger Adliger und des Bürgertums, stärker jedoch an eine nicht ganz so bekannte Tradition weiblicher Bildungsreisen, die für die Frauen eine Befreiung von patriarchaler Bevormundung bedeuteten – das Unterwegssein in fremden Ländern bedeutete, aus dem vertrauten heimatlichen Umfeld auszubrechen und sich dem Fremden und Anderen auszusetzen, auf eigenen Beinen stehen zu müssen und zu beweisen, dass man es auch kann. Traditionelle Modelle wie Bildungsreisen lieferten dafür das Vorbild.
Lewalds Standpunkt unterscheidet sich von Anfang an vom männlichen Mainstream der deutschen Italienreisenden. Sie findet in Italien ihr Arkadien; dieses ist jedoch keines einer entrückten antiken Vergangenheit, sondern sehr diesseitig, angefüllt mit der Lebendigkeit und Lebenswirklichkeit des italienischen urbanen Lebens. Der Campagna zieht Lewald durchweg die Städte vor und liefert lebendige Beschreibungen von Genua, Florenz, Rom und Neapel. Dabei reflektiert sie ausführlich die sozialen und politischen Verhältnisse. Sie neigt selten zur Idealisierung und erkennt durchaus Missstände wie Unterentwicklung und die Armut der Bevölkerung. Lewald zeigt sich aber vor allem von der in Jahrhunderten gewachsenen urbanen Kultur begeistert, die sie so aus Deutschland nicht kennt und die Frauen ungeahnte Freiheiten erlaubt: Frauen sind in der Öffentlichkeit außerordentlich präsent und nehmen am kulturellen Leben mit großem Selbstbewusstsein teil. So nahmen die Akademien in Genua, Rom und Florenz schon lange weibliche Mitglieder auf, was in Deutschland noch undenkbar war. Generell nimmt Lewald eine starke Präsenz des Weiblichen in der Öffentlichkeit wahr, was sich auch in der fast durchgängigen weiblichen Metaphorisierung von Städten äußert.
In Rom hatte sich Lewald mit dem Problem herumzuschlagen, vor dem Hintergrund einer überwältigenden Tradition von Rombeschreibungen einen eigenständigen Zugang zu gewinnen. Auch hier eröffnete ihr der Blick auf die urbane Realität einen Weg. Dabei setzte sie sich kritisch und mit großer Offenheit mit dem italienischen Katholizismus und ihrem eigenen Protestantismus auseinander. Zwar erscheint ihr die italienische Form der Religionsausübung sehr lebensnah, sie bemerkt aber auch die erstickende Allgegenwart der Kirche in der Welthauptstadt des Katholizismus.
Lewald tritt mit Künstlergruppen verschiedener Nationalitäten in Kontakt und nimmt an der römischen Salonkultur teil, die hier wie andernorts ein bevorzugter Ort weiblicher gebildeter Geselligkeit ist. Lewald kann die über Winckelmann und Goethe initiierte Begeisterung für die gerade in Rom unübersehbare Präsenz der Antike und von Kunstschätzen aller Art nicht teilen. Ihre Haltung gegenüber einem als rückwärtsgewandt empfundenen Klassizismus ist eher respektlos; auch ansonsten setzt sie sich offen mit deutschen und italienischen Vorurteilen und vorgefertigten Bildern auseinander.
Christina Ujma stellt das Italienische Bilderbuch in den Kontext der deutschen Italienliteratur des Vormärz. Dabei fällt auf, daß die meisten Autoren ihre Italienreisen zur Festigung ihrer nationalen Gesinnung nutzten; Gustav Nicolai, Gottfried Gervinus oder Georg Herwegh schienen als Kosmopoliten hin- und als Deutsche zurückzufahren. Italien galt ihnen als Gegenbild, rückständig und leichtlebig, während Lewald sich solcher nationalistischen Verirrungen weitgehend enthielt.
Dass Lewald zwei unterschiedliche Bücher über dieselbe Reise verfasst hat, erlaubt es Ujma, die von ihr anfänglich eingeforderte Beachtung der vielfältigen Dimensionen von Italienreisen auszuschöpfen. Das zwanzig Jahre später verfasste Römische Tagebuch geht die gleiche Reise nämlich aus einem anderen, intimeren und biographischen Blickwinkel an, der Lewalds emotionale, sinnliche und moralische Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Zum einen beschreibt Lewald eingehend ihre Beteiligung am Salonleben und ihren Kontakt zu Ottilie von Goethe; zum anderen – biographisch noch wichtiger – lernte sie ihren Lebensgefährten, den damals noch verheirateten Altphilologen Adolf Stahr kennen und lieben. So geht das Römische Tagebuch nicht nur offen mit dem Thema Sexualität und Körperlichkeit um, es beschreibt auch Lewalds bewusste Überschreitung moralischer Grenzen, was ihr so in Deutschland nicht möglich gewesen wäre. Wieder wird Italien zu einem Ort persönlicher Befreiung.
Mit Adolf Stahr schrieb Lewald 1869 Ein Winter in Rom über ihren zweiten, gemeinsamen Italienaufenthalt. Die Perspektive hat sich stark verändert. Lewald ist 20 Jahre älter und eine renommierte Reiseschriftstellerin geworden. Sie bereist nun das nachrevolutionäre Italien des Risorgimento, das knapp zehn Jahre zuvor den politischen Einigungsprozess des Landes vollendet hatte. Politische Fragen stehen im Vordergrund. Italien hatte sich vom arkadischen Traum der Antike zu einer modernen Nation mit ihren Brüchen und Verwerfungen gewandelt, die alten Bilder funktionierten nicht mehr. Das Land galt nun weiten Teilen der europäischen Linken als politisches Vorbild. Lewald und Stahr erkennen das Recht der Italiener auf nationale Selbstbestimmung vorbehaltlos an und äußern sich begeistert über ihre Begegnungen mit Garibaldi und anderen Revolutionsführern; ja es ist ein gewisser Neid darauf zu spüren, daß die italienische Revolution – im Gegensatz zur nur wenig erfolgreichen deutschen – stark von Intellektuellen und Wissenschaftlern getragen wurde.
Die 1880 veröffentlichten Reisebriefe aus Deutschland, Italien und Frankreich zeigen wieder eine andere Fanny Lewald und ein anderes Italien. Lewald ist nun Witwe, die Reise wird deshalb zur einer tour sentimentale zu Orten der gemeinsamen Vergangenheit. Zugleich sind die Reisebriefe eine Reaktion auf die durch die Eisenbahn veränderte Art des Reisens, des neuen Tempos und der veränderten Raumerfahrung, wie auch auf den veränderten Zugang zu Städten, die jetzt über Bahnhöfe als Ausdruck einer neuen Infrastruktur erfolgte. Ansätze davon fanden sich bereits in Ein Winter in Rom. Die starke Beschleunigung nahm der Reise ihren Eigenwert, die Reisererzählung als Beschreibung des Unterwegsseins verlor ihre Bedeutung und wich punktuellen Reiseimpressionen mit fragmentarischem und essayistischem Charakter. Das Ergebnis ist ambivalent: Der Abnahme der Erlebnisqualität steht eine neue Bequemlichkeit gegenüber. Lewalds Haltung zur Modernisierung des Reisens und der Städte ist letztlich aber positiv.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Lewald schon in Ein Winter in Rom aufgegriffen hatte, ist der im Gange befindliche Umbau Roms von der „Ewigen Stadt“ zur Hauptstadt des neuen Italien. Dies rief eine europaweite heftige Diskussion darüber hervor, wie die Verabschiedung des alten Rom mit seinem eher musealen Charakter zu bewerten sei. Stimmen, die wie Lewald und Stahr den Italienern das Recht zuerkannten, Rom ganz nach ihrem eigenen Willen zu gestalten, waren in der Minderheit, die Proteste gegen den Verlust der „Ewigen Stadt“ groß. Lewald verliert aber trotz ihrer Verehrung des alten Rom nicht ihren Blick für soziale und urbane Realitäten. Sie beurteilt die Veränderungen Italiens nun auch vor dem Hintergrund der deutschen Einigung von 1871 und thematisiert den aufkommenden italienischen Nationalismus, der eine konservative Verfestigung der politischen Strukturen 20 Jahre nach dem Risorgimento anzeigt.
Vom Sund zum Posilip. Briefe aus den Jahren 1878 bis 1881 von 1883 ist Lewalds letztes Reisetagebuch. Die nunmehr 70jährige blendet hier die aktuelle Politik weitgehend aus, nimmt aber weiterhin Kontakt zu intellektuellen Zirkeln und Beteiligten am Risorgimento auf. Zugleich bemerkt sie die zunehmende Abkehr von revolutionären Idealen und das Aufgehen Italiens im europäischen Mainstream bürgerlich-nationalistischer Prägung. Wenn Ujma dieses Buch Lewalds als ihren „Schwanengesang“ bezeichnet, hat dies einen sowohl persönlich-autobiographischen wie auch politischen Charakter.
Christina Ujma hat mit ihrem Buch eine gelungene und abgerundete Studie zur deutschen Italienrezeption im 19. Jahrhundert verfasst, die sicher das Gleichgewicht wahrt zwischen Lewalds Autobiographie und den zahlreichen Diskursen, in die ihre Reisen eingebunden sind. Sie stellt Lewald als eine Autorin vor, der man durchaus eine Vorreiterrolle in der intellektuellen und weltanschaulichen Wandlung der Italienbegeisterung zuschreiben kann. Aufgrund des flüssigen und lockeren Stils, dem man die Begeisterung der Autorin für ihren Gegenstand anmerkt, ist das immerhin fast 500 Seiten starke Buch gut lesbar. Jedoch hätte das Lektorat ein wenig sorgfältiger ausfallen können, und das Zitiersystem erscheint etwas umständlich. Der positive Gesamteindruck wird davon jedoch nicht beeinträchtigt und man kann das Werk nur jedem empfehlen, der sich mit den deutsch-italienischen kulturellen und literarischen Beziehungen im 19. Jahrhundert beschäftigt.
Rainer Zuch