Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 8 (2007), Heft 6


 

Underdogmen II

von Alexander Eilers

 

Im Menschen ist die Natur außer sich.

Jeder führt seine eigene Welt spazieren.

Motivation: Glutspende.

Entrüstung macht angreifbar.

Satire? Abwehrzauber mit gebrochenem Stab.

Blüte. Der Schein trügt.

Große Koalition: Die Rechte weiß nicht, was die Linke tut.

Abschiedsträne. Wegzerrung.

Der Wohlstand hat uns die Armut verdorben.

Vetternwirtschaft: Amtsgeschäfte.

Was nützt Erfahrung, wenn das Gedächtnis nachläßt?

Mit den Wölfen heulen. Wie ein Schloßhund.

„Ordnung ist das halbe Leben“ –und das habe ich bereits hinter mir.

Krebs: revolutionäre Zellen.

Arbeitsantritt. In Stellung gehen.

Ein Parfüm riecht nur so gut wie unser Körper.

Treuebruch. Er hatte die Wahrheit verraten.  

Brauen wie Gedankenstriche.

Ich bin Nihilist. Aber ansonsten glaube ich an gar nichts.

Mit dem Kopf durch den Sand?

Reine Lügen sind eine saubere Sache.

Inflation: Kapitalfahrt. 

Er wurde verfolgt. Auf Stechschritt und Tritt.

Schwermut ist ein Gepfühl.

Man lebt nur einmalig.

Tote Materie? Als hätte sie je gelebt.

Überweisungsträger. Von Rechnung zu Rechnung.

Insektenbildende Staaten.

Geistesabwesend. Ins Gespräch verflacht.

Alles wird gut oder noch schlechter.

„Der Weg ist das Ziel.“ Kein Wunder, daß niemand ankommt.

Er war seinem Willen ausgeliefert.

Subvention. Öffentliche Handreichung.

Reichskonkordat: Das Volk war Opium für die Religion.

Abermals. Wiederlich.

Lösung: Problemverwässerung.

Früher waren selbst die Klagen besser.

Geduld ist gealterte Hoffnung.

Kunstloses Brot.

Meinung: besitzanzeigendes Substantiv.

Ich wollte schon immer in der Literatur eingehen.

Verordnete Verhältnisse.

Überzeugungen teilen. Bis ins Unendliche!

Diskothek: Teenytus.

Wer rast, rostet. Am Straßenrand.

Suizid-Gedanken schossen ihm durch den Kopf.

Formverendete Lyrik.

Affäre: hormonisches Verhältnis.

Die Romantik ist ein erdenschwerer Tanz.

Tu, was du nicht hassen kannst.

Autounfall. Müssen wir uns Camus als glücklichen Menschen vorstellen?

Aphoprismen.

Er bekannte Farbe. Wie ein Chamäleon.

Neugier: Geheimniskramerei.       

Descartes ontologischer Menschenbeweis.

Sie machten mir einen Strich unter die Rechnung.

Tradition – altbewehrt.

Fetischcharakter der Wahrheit?

Perspektivenwechsel: Quadratur des In-sich-Kreisenden.

„Gott ist tot“ –und das Erbe wird verpraßt.

Niedertracht: Gemeinsinn.

Ich höre immer ‚spaßarm‛ statt ‚sparsam‛.

Auch Junkies haben Fixkosten.

Atomspaltung macht demokritisch.

Gedichte. Erst auf- dann niedergeschrieben.

Mücken: Krill der Lüfte.

Rost glänzt durch Abwesenheit.  

Eine Katze liegt im Hof. Die Sonne schläft in ihr.

Jeder Text hat ein Wurzelwerk.

Häuser sind oberirdische Wohnhöhlen.

Könnte ich doch nur aus dem Wollen schöpfen!

Formulare. Für ein ausgefülltes Leben.

Ruhm hat den Vorteil, unsterblich zu werden, ohne weiterleben zu müssen.

Lynchjustiz. Aus Mangel an Beweisen.

Aphorismen – das Geschwätz der Verstummten.

 

Diesen Artikel als PDF-Datei herunterladen

[Zurück zur Startseite]